Frau Sprung verbindet Yin Yoga und Achtsamkeit und gibt ihre Erfahrungen in Kreuzberg weiter.

Klein & fein: Achtsames Yin Yoga in Kreuzberg

Frau Sprung gibt eine Yin Yoga Klasse im kleinen feinen Kreis in Berlin – Kreuzberg. Die offene Stunde findet in der Regel montags von 18.45 bis 20.15 Uhr im Institut für Verhaltenstherapie, Stresemannstr. 21, nahe dem Halleschen Tor statt. Die Platzanzahl ist sehr begrenzt und eine Anmeldung vorab notwendig. Eine Einzelstunde kostet 15,- Euro, einen yogischen Sozialpreis von 10,- Euro gibt’s natürlich auch. Zurzeit sind wir eine Gruppe von acht freundlichen Yogi*nis und freuen uns über neue Gesichter. Sommerpause ist von Juli bis Mitte September.

>> Frau Sprung freut sich auf eine Nachricht und wird von Yogi*nis gerne geduzt!

Was ist Yin Yoga?

Yin Yoga ist eine stille, langsame und meditative Yogarichtung. Hier werden die einzelnen Asanas  passiv mehrere Minuten lang gehalten. Die Muskeln bleiben entspannt. Der Atem fließt ruhig während der Praxis. Yin Yoga wirkt in den tieferen Schichten des Bindegewebes, den Faszien. Es baut auf den fünf Elementen und dem Meridiansystem der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) auf. Im Yin Yoga steht nicht das äußere Alignment im Mittelpunkt, sondern die funktionale Ausrichtung und der Blick nach Innen. Das heißt: Es ist nicht wichtig, wie eine Übung aussieht. Jede*r Yogi*ni hat einen ganz individuellen Körper, und jede Haltung kann entsprechend der eigenen Flexibilität und Stabilität angepasst werden. Der Fokus liegt auf der achtsamen Wahrnehmung: Was passiert auf körperlicher, emotionaler und mentaler Ebene?

Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit bedeutet, im Moment zu sein, bewusst innezuhalten, sich zu besinnen, einfach da zu sein – mit den Umständen, wie sie sind. Es ist nicht der Flow, der uns erfasst, wenn wir in einer Arbeit komplett versinken, auch nicht die absolute Entspannung, wie wir sie vielleicht im Urlaub erleben. Vielmehr ist Achtsamkeit absichtslose und nicht wertende Aufmerksamkeit. Achtsames Mitgefühl meint eine liebevolle Haltung uns selbst und anderen gegenüber.

Achtsamkeit und Mitgefühl sind an sich nicht schwierig. Es geht nicht darum, einer bestimmten spirituellen Lehre zu folgen, ein*e besonders biegsame*r Yogi*ni zu werden oder irgendwie erleuchtet zu sein. Es sind innere Haltungen, die wir alle kennen und lernen können, die bereits in uns angelegt sind. Sie unterstützen dabei, mit Stress, Krisen und Herausforderungen anders umzugehen. So können wir uns selbst im Alltag mit seinen schönen, schattigen und fordernden Seiten aufmerksamer wahrnehmen.

Wie hängen Yoga und Achtsamkeit zusammen?

In der körperlichen Yogapraxis können wir diese zwei Qualitäten – Achtsamkeit und Mitgefühl – einüben, sie in der Meditation vertiefen und sie später in den Alltag integrieren. Durch die körperliche Anstrengung und die Verbindung von Atem und Asana im Yoga bereiten wir uns auf die Meditation vor. Es wird möglich, unseren Atem, die Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen zu beobachten, ohne dass wir uns in den Wahrnehmungen verstricken oder sie interpretieren. Im Yin Yoga können wir durch die Langsamkeit und die passiven Haltungen die achtsame Wahrnehmung auf körperliche, emotionale und mentale Prozesse lenken. Yoga, Meditation und die Gestaltung eines achtsamen Alltags können eine wichtige Basis für Gesundheit, Stabilität und Weiterentwicklung sein. Die Praxis bietet die Möglichkeit, den Blick immer wieder auf das zu richten, was ist.


 

Frau Sprungs achtsamer Pfad

Von Bremen über New York nach Berlin

Ende der 1990er Jahre machte Frau Sprung ihren ersten Yogakurs an der Volkshochschule Bremen. Die Unterlagen sind archiviert. Sie kam immer wieder darauf zurück, bis sie Yoga zehn Jahre später in der Schnelligkeit New Yorks neu für sich entdeckte. Sie praktiziert seitdem Yoga in unterschiedlichen Stilrichtungen (vor allem Hatha Yoga, Vinyasa Yoga und Yin Yoga) und ist ihren Lehrerinnen sehr dankbar. Im Rahmen eines achtwöchigen Trainings (MBCT – Mindfulness Based Cognitive Therapy) lernte sie das Konzept der Achtsamkeit kennen und schätzen. Später kam ein Kurs in achtsamem Selbstmitgefühl (MSC – Mindfulness Based Selfcompassion) dazu. Übrigens eine absolute Empfehlung für alle, die sich selbst zu oft zu blöd finden!

Von Hatha und Yin zur Meditation mit Sinn

Die Ausbildung zur Hatha Yogalehrerin absolvierte sie bei >> Diana Schöpplein. Später folgte eine Weiterbildung zur Yin Yogalehrerin bei >> Katrin Knauth und >> Wolfgang Riedl. Achtsamkeits- und mitgefühlsbasierte Meditation hat sie immer wieder in unterschiedlichen Kontexten und Zentren geübt, vor allem jedoch durch die eigene Praxis im Alltag. Zurzeit praktiziert sie vor allem Recollective Awareness Meditation nach Jason Siff. Ein kontinuierliches Dranbleiben, die Teilnahme an Klassen, Workshops und Fortbildungen und das Weiterentwickeln und Hinterfragen der eigenen Yoga- und Meditationspraxis gehören selbstverständlich dazu.

Achtsamkeit, Journalismus & Texterei

Obwohl es mittlerweile manchmal als bloßer Lifestyletrend erscheint, schreibt Frau Sprung sehr gerne journalistische Texte über ihr Lieblingsthema: zum Beispiel über >> Selbstakzeptanz, >> achtsame Pausen, Achtsamkeit im Arbeitsalltag oder in Verbindung mit Gesundheitsthemen – und das gut recherchiert und garantiert esoterikfrei. Außerdem textet sie für Kolleg*innen aus der Yoga- und Achtsamkeitswelt für Webseiten, Blogs und anderes. Und last but not least: Fachjournalistin >> Anja Schreiber hat Frau Sprung für die Berliner Zeitung zum Thema Yoga und Selbstständigkeit interviewt.

Das Wort ‘kati’ soll im Sanskrit unterschiedliche Bedeutungen haben, eine davon ist ‚Hüfte’, eine andere ‘wünschen’ und ‘mögen’. In diesem Sinne: Frau Sprung grüßt freundlich aus der Hüfte und wünscht allen  Yogi*nis und solchen, die es werden wollen, eine achtsame, entspannte und liebevolle Praxis.

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